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Oder: Wie die Suche nach Mannschaften von Jahr zu Jahr schwieriger wird
Es ist die Basis für jedes Pfingstturnier: Das Teilnehmerfeld. Auch für den „Volksbank-Cup 2009“ konnten insgesamt acht Teams aus sechs Nationen verpflichtet werden. Allerdings war es ein hartes Stück Arbeit für die beiden Mannschaftsverpflichter in den Reihen des Turnier Teams des TuS Stemwede: Rainer Kröger und Christian Bäcker. Warum es so schwer war die Teams nach Stemwede zu locken und wie dennoch das äußerst attraktive Turnierteilnehmerfeld für die diesjährige Ausgabe des Pfingstturniers zusammengestellt werden konnte, darüber sprechen die zwei im Interview.
Redaktion: Bislang habt Ihr es immer geschafft das Feld mit Mannschaften zu füllen. Schon ein Kraftakt, oder?
Rainer Kröger: In diesem Jahr auf jeden Fall. Mit dem Blick zurück auf das Turnier 2008 waren wir sicherlich ziemlich verwöhnt – Damals hatten wir das Teilnehmerfeld schon frühzeitig stehen. Doch was im Vorfeld des diesjährigen Turniers auf uns eingeschlagen ist, war zum Teil schon sehr deprimierend.
Redaktion: Was macht es denn so schwierig?
Rainer Kröger: Zum einen liegt es an anderen Turnieren. Beispielsweise gibt es an Pfingsten allein in Deutschland etwa 15 andere, große Turniere die natürlich auch auf der Suche nach namhaften Clubs sind. Zum anderen liegt es aber auch an den Vereinen selbst. Wir stehen ja in Kontakt zu fast allen deutschen Bundesligisten und haben einige auch schon in Stemwede zu Gast gehabt. Allerdings spielen einige Teams an Pfingsten gar keine Turniere, wie zum Beispiel Bayern München. Andere Clubs hingegen zieht es zu Turnieren in ihrer Region. Mit dem SV Werder Bremen können wir ja glücklicherweise auch solch einen heimatverbundenen Verein aufweisen, der immer wieder nach Stemwede kommt.
Christian Bäcker: Und auch im Ausland hat sich der Markt in den letzten Jahren sehr verändert. Die Jugendakademien in Europa entwickeln sich immer mehr zu den Aushängeschildern ihrer Vereine. Gerade Professionalität und Strukturen spielen dort eine wichtige Rolle und das bekommen auch wir zu spüren. Reichten vor ein paar Jahren manchmal nur ein, zwei Telefonate, um einen Trainer zu überzeugen mit seinen Jungs nach Stemwede zu kommen, so ist es inzwischen nicht mehr so einfach. Etliche E-Mails und viele Telefonate über einen sehr langen Zeitraum sind von Nöten. Das kostet auch schon viel Zeit.
Redaktion: Könnt Ihr in etwa abschätzen, wie viele Vereine Ihr im Vorfeld des diesjährigen Turniers angesprochen habt?
Christian Bäcker: Ich habe während der Gruppenauslosung gesagt, dass es sicherlich 50 Clubs waren, mit denen wir allein nur im Ausland gesprochen haben. Natürlich kann man nicht mit allen in intensive Kontakte gehen, so dass sich die Zahl der potenziellen Kandidaten dann auf ca. 25 reduziert.
Rainer Kröger: In Deutschland waren es sämtliche Vereine der ersten und zweiten Liga die wir abgeklappert haben. Die Kontaktaufnahme für dieses Jahr hat ja auch zum Teil bereits vor dem Turnier 2008 begonnen. Wobei dann häufig aber noch einmal sehr viel Zeit vergeht, bis sich die Vereine auch entscheiden. Dieser Prozess verschiebt sich immer weiter nach hinten. Einige geben eine Entscheidung auch mal erst zu Beginn des Jahres ab, was die Sache für uns als Veranstalter nicht einfacher macht.
Redaktion: Rainer hat eben bereits Gründe für Absagen der deutschen Vereine erläutert. Welche Gründe nannten denn die Vereine aus dem Ausland?
Christian Bäcker: Für die englischen Vereine, zum Beispiel, ist der späte Zeitpunkt des diesjährigen Pfingstturniers ein Problem. Dort endet die offizielle Saison bereits Mitte Mai und dann schicken viele Vereine ihre Jungs in die wohlverdienten Ferien. Es gibt zwar auch Ausnahmen, wobei ein paar Mannschaften beispielsweise nach Hongkong gehen, um dort an einem kommerziellen Turnier teilzunehmen. In anderen Ländern müssen die Spieler zu diesem Zeitpunkt auch die Schulbank drücken und Prüfungen ablegen. Denn man darf nicht vergessen, dass es Jugendliche sind, die sich neben dem Fußball auch noch ein weiteres Standbein aufbauen müssen. Und da gehört in der Regel die Schulausbildung dazu. Ab und zu sind es aber auch finanzielle Gründe, die einer Teilnahme in Stemwede den Riegel vorschieben. Shakhtar Donezk aus der Ukraine zum Beispiel, hatte die Teilnahme bei uns bereits bestätigt, dann aber doch noch abgesagt. Der Club hatte sämtliche Auslandsfahrten der Jugendmannschaften gestrichen und zwar wegen der Wirtschaftskrise.
Redaktion: Kommen wir zum Teilnehmerfeld 2009. Damit könnt Ihr doch auf jeden Fall zufrieden sein, oder nicht?
Rainer Kröger: Selbstverständlich. Mit diesem Feld können wir sehr gut leben. Zwei der deutschen Mannschaften spielen in der Juniorenbundesliga. Und auch die Mühlenkreis-Auswahl hat in der Vergangenheit bewiesen, dass sie kein „Futter“ für die anderen Teams mehr ist. Dazu kommen die Ausländer von denen wir uns auch einiges versprechen: Sigma Olmütz ist tschechischer U19-Meister. Die Young Boys reisen als amtierender U18-Meister der Schweiz an. Die Nationalmannschaft aus Ägypten ist einer der Favoriten - Allerdings nicht nur in Stemwede, sondern auch bei der Weltmeisterschaft 2009 im eigenen Land - Was will man mehr?! Und auch die beiden Skandinavier AIK Stockholm aus Schweden und Aalborg BK aus Dänemark bringen sicherlich nicht nur hübsche Spieler mit, die bei den weiblichen Fans in Stemwede vermutlich besonders gut ankommen werden, sondern auch gute Fußballer.
Christian Bäcker: Ich denke auch, dass wir uns nicht beklagen können und auch nicht wollen. Wir haben mit Olmütz, Young Boys, Aalborg und der U20 Ägyptens vier Teams verpflichtet, die noch nie in Stemwede waren. Das sind immerhin 50 Prozent des Teilnehmerfeldes. Ich denke das reizt auch die Zuschauer, die in Stemwede immer wieder neue Mannschaften sehen können. Und wir bemühen uns ja auch Jahr für Jahr wieder neue Mannschaften nach Stemwede zu holen, um immer wieder neuen, ehrlichen Jugendfußball zu bieten. Denn es sind immerhin die „Stars von morgen“ die hier auf eine beeindruckende Art und Weise ihre Visitenkarte abgeben.
Redaktion: Wie sind die Aussichten für die kommenden Jahre?
Rainer Kröger: Sicherlich wird es nicht einfacher, aber wir arbeiten dran und sind auch guter Dinge, dass wir es hinkriegen!!
Christian Bäcker: Die Planungen und Gespräche laufen schon jetzt auf Hochtouren.
Redaktion: Vielen Dank für das Gespräch. |